Viele Zuschauer folgten dem Spendenaufruf zugunsten der krebskranken 17jährigen Lena Oetjen aus Jeddeloh und sorgten für eine gut besuchte Heinz-zu-Jührden-Halle in Edewecht. Auch das Gästeteam aus Bruchhausen-Vilsen beteiligte sich dankenswerter mit einer Spende, deren Übergabe zu einem der späteren VfL-Heimspiele stattfinden soll.




Waren gestern die treffsichersten VfLer: Jaden Grüning (links), Dany Kruse (Mitte) und Maxx Trepper (rechts)
Edewecht. Trotz einer über weite Strecken solide geführten Partie und einem komfortablen Vorsprung bis in die „Crunchtime“ hinein, mussten sich die Landesliga-Handballer des VfL Edewecht am gestrigen Freitagabend zum Heimauftakt am Ende doch noch mit einem sehr unglücklich zustande gekommenen, aber auch komplett vermeidbaren 25:25 (14:12) – Remis gegen die HSG Bruchhausen-Vilsen begnügen.
Die riesengroße Enttäuschung über den völlig unnötigen Punktverlust war allen Beteiligten daher auch noch lange nach Spielschluss anzumerken und auch die vielen Besucher, die dem Spendenaufruf VfL-Handballer zugunsten der krebserkrankten 17jährigen Lena Oetjen aus Jeddeloh erfreulicherweise Folge leisteten, waren nach Spielende geradezu geschockt über das Zustandekommen des Remis.
„Das war schon sehr ärgerlich“, resümierte auch der am Tag danach noch ziemlich frustrierte VfL-Trainer Knut Trepper. „Trotz dessen wir sicher nicht unser bestes Spiel gemacht haben, hatten wir die Partie bis auf die Anfangsphase eigentlich gut im Griff und müssen das Ding am Ende dann auch souverän nach Hause bringen“, befand der Coach.
Noch in der 52. Minute führte sein Team mit 23:18 und auch vier Minuten vor dem Ende deutete beim 24:20 noch nichts auf eine Wende hin. Doch dann kassierten die Gastgeber innerhalb von 20 Sekunden gleich zwei Zeitstrafen, von denen eine gegen Finn Ole Wiechert mindestens als fragwürdig anzusehen war, zumal die Gäste in der angeblichen Foulaktion auch zu einem Treffer gelangten. Direkt anschließend wurden die bis dato souverän leitenden Schiedsrichter erneut „auffällig“, als sie die Gastgeber ohne ersichtlichen Grund direkt mit dem Anwurf mit einer Zeitspielandrohung belegten und diese zu einem verfrühten Wurfabschluss zwangen.
Dennoch gelang es Trepper beim Stand von 24:23 mit einer genommenen Auszeit in der Schlussminute nochmal die Gemüter zu beruhigen und den hoffentlich siegbringenden Angriff zu besprechen. 35 Sekunden vor dem Ende gelang Bokelmann dann auch tatsächlich der vermeintlich entscheidende Treffer, doch dann überschlugen sich erneut noch einmal die Ereignisse.
Die Gäste gingen volles Risiko und konterten 20 Sekunden vor dem Abpfiff zum 25:24-Anschluss. Als die VfLer dann gegen die offene Manndeckung der Gäste die Uhr herunterspielen wollten, pfiffen die Unparteiischen zwei Sekunden vor dem Abpfiff direkt in eine Wurfaktion des freistehend vor dem gegnerischen Gehäuse auftauchenden VfL-Neuzugang Jaden Grüning hinein. „Angeblich wegen Schrittfehler vor dem Anspiel“, zweifelte Trepper die Entscheidung an.
Was aber noch viel schwerwiegender aus VfL-Sicht war: Der Pfiff der Referees war kaum zu vernehmen und da Grüning trotz dessen den Ball noch auf und auch ins Tor warf, werteten die Unparteiischen die Aktion als absichtliche Spielverzögerung und entschieden zum Entsetzen der Gastgeber tatsächlich mit dem Schlusspfiff noch auf Strafwurf für die Gäste, die diesen dann zum glücklichen und vielumjubelten 25:25-Ausgleich verwandeln durften.
„Natürlich hätte Bruchhausen keinen Angriff mehr fahren können, selbst wenn Jaden den Ball zwei Sekunden vor dem Ende einfach nur hinlegt. Dass es dann gleich einen Strafwurf gegen uns gibt, der uns am Ende einen Punkt kostet, ist natürlich extrem bitter – nach den neuen Regeln allerdings leider auch möglich,“ so Trepper über das äußerst unglückliche Ende.
„Wir müssen uns aber hauptsächlich auch an die eigene Nase fassen und dürfen uns gar nicht erst in diese enge Situation bringen“, monierte er, wie schon zum Auftakt in Hagen, insbesondere die erneut mangelnde Chancenverwertung. „Wir vergeben momentan noch zu viele Klare aus der Nahwurfzone“, notierte er eine lediglich 25%ige Wurfquote von den Außenpositionen. „Daran müssen und werden wir arbeiten“, gibt der Coach abschließend schon die Richtung für die kommende Trainingswoche vor, um am kommenden Sonntag beim Aufsteiger in Ritterhude dann auch endlich den ersten Saisonsieg einzufahren.




Hatten das Wurfglück nicht immer auf ihrer Seite: René Achilles (links oben), Sönke Stolle (rechts oben), Laurenz Felgner (links) und Finn Ole Wiechert (rechts).
Statistik:
VfL: Tor: Röder, Fröhlich – Feld: Roßkamp, Felgner (2), Trosin, Kruse (4), Trepper (9/1), Bokelmann (1), Wiechert (1), Stolle, Lüschen (4/1), Grüning (3), Achilles (1).
Zeitstrafen:
VfL: 4 (Felgner, Kruse, Wiechert, Grüning [Rote Karte, 60. wegen Spielverzögerung in den letzten 30 Sekunden]) – HSG: 3
Strafwürfe:
VfL: 2/3 (Treffer von Trepper wegen Fußbewegung aberkannt) – HSG: 4/5 (Fröhlich wehrt einmal ab)