LANDESLIGA: Miserable Chancenverwertung raubt möglichen Auswärtssieg

Die Toptorschützen beider Mannschaften unter sich: VfL-Rückraumspieler Max Trepper (links, 9 Treffer) im Zweikampf mit HSV-Rechtaußen Ben Pfeiffer (Nr. 11, 8 Treffer).
Hagen. Das hatten sich die Handballer des VfL Edewecht sicher anders gedacht: Trotz einer ansprechenden Leistung mussten sie am gestrigen Samstag mit einer völlig unnötigen 24:28 (10:14) – Auftaktniederlage die Heimreise vom gastgebenden Hagener SV antreten. Und obwohl die Gäste durch die Ausfälle von Henrik Peters und Finn Ole Wiechert schon mit einer personellen Schwächung in die Partie gehen mussten, hätten sie die Begegnung dennoch für sich entscheiden können – wenn nicht gar müssen!
Doch die Chancenverwertung machte den Gästen einen herben Strich durch die Rechnung, scheiterten sie doch immer wieder am bärenstarken HSV-Torhüter Meyer, der am Ende starke 19 Paraden und sage und schreibe 10 freistehende Eins-gegen-Eins-Duelle gegen die vfL-Angreifer für sich entscheiden konnte. „Machen wir auch nur die Hälfte davon rein, was auch noch eine schlechte Quote gewesen wäre, gewinnen wir das Ding“, ärgerte sich VfL-Trainer Knut Trepper hinterher.
Dabei begann die Partie vor gut 300 Zuschauern aus VfL-Sicht ganz nach Wunsch: Aus einer gewohnt sicheren Deckung wurden viele Ballgewinne in konzentriert vorgetragene Positionsangriffe umgemünzt, die sich in der Anfangsphase auch noch überwiegend in Torerfolgen und einer 8:6-Führung (15.) auszahlten. Der im Nachgang womöglich schon entscheidende Bruch im Spiel der VfL erfolgte zwischen der 15. und 25. Minute, als die Gäste trotz zwei Strafwürfe und einer doppelten Überzahl innerhalb dieser Phase ohne Torerfolg blieben und sich statt dessen die ersten „Fahrkarten“ vor dem gegnerischen Gehäuse erlaubten.
Die Folge: Noch vor der Pause konnten die Gastgeber zwei – aus Edewechter Sicht – ziemlich unnötige Zeitstrafen gegen die VfL-Neuzugänge Jaden Grüning und Tom Trosin nicht nur zur eigenen Führung nutzen, sondern sich mit dem Pausenpfiff gar auf 14:10 absetzen, was dem Spielverlauf bis dahin eigentlich so gar nicht entsprach.
Und so waren die Gäste zur Pause auch noch frohen Mutes und fest gewillt, im zweiten Durchgang das Ruder wieder herumzureißen. Doch auch zu Beginn der zweiten Hälfte änderte sich zunächst nichts. Die VfLer spielten grundsätzlich keinen schlechten Ball und erarbeiteten sich mit ihrer breit angelegten Spielweise auch weiterhin viele klare Wurfgelegenheiten von den Halb- und Außenpositionen – und scheiterten doch weiterhin und zum Teil inzwischen kläglich am allerdings auch bärenstarken HSV-Keeper Meyer, der am Ende starke 19 Paraden und sage und schreibe 10 freistehende Eins-gegen-Eins-Duelle für sich aufweisen konnte.
Und so dauerte es bis zur 38. Minute, ehe die Ammerländer ihren ersten Treffer in der zweiten Hälfte markierten. Zwar waren die Gastgeber bis zu diesem Zeitpunkt bereits auf 17:10 weggezogen, aber immerhin waren noch über zwanzig Minuten zu spielen und die VfLer bis dato auch keineswegs das schlechtere Team.
Doch die Aufholjagd lief nur schleppend an, denn immer wieder standen sich die Gäste selbst im Weg: So sorgte VfL-Trainer Knut Trepper mit der Anordnung einer offenen 3-3-Deckung zwar für einige leichte Ballgewinne, doch die daraus resultierenden Gegenstoßchancen wurden auch weiterhin in Reihe vergeben.
Wenn halt nur die verflixte Chancenverwertung nicht wäre, mochten sich die mitgereisten daher wohl VfL-Fans denken, als die Trepper-Schützlinge trotz ihrer miserablen Wurfquote gut sechs Minuten vor dem Ende beim Stand von 26:22 doch nochmal die Chance hatten, dicht heranzurücken, in diesem Fall aber mit einer Fehlentscheidung des ansonsten ordentlich leitenden Schierigespanns Katal / Ramadan leben mussten, die ein siebenmeterreifes Foul am freistehenden Jelke Lüschen übersahen. Statt dessen fiel im Gegenstoss das 27:22 und somit die Entscheidung zugunsten der Gastgeber.
Die ersatzgeschwächten VfLer haben nach der etwas unerwarteten Niederlage nun erstmal drei Wochen Zeit, um „die Wunden zu lecken“, ehe man im Heimspielauftakt am Freitag, den 25. September um 20.30 Uhr mit dann hoffentlich wieder „voller Kapelle“ und den eigenen Fans im Rücken gewillt sein wird, die Auftaktpleite im Heimspiel gegen die HSG Bruchhausen-Vilsen wieder auszumerzen!
Spielstatistik:
VfL-Aufstellung
Tor: Röder (2.HZ), Fröhlich (1.HZ) – Feld: Roßkamp, Felgner (2), Trosin, Kruse (5), Max Trepper (9/3), Grüning (1), Stolle (2), Lüschen (2), Achilles (3).
Strafwürfe: HSV: 3/3 – VfL: 3/5 (Lüschen und Achilles scheitern)
Zeitstrafen: HSV: 5 – VfL: 5 (Grüning 2, Felgner, Trosin und Trepper je 1)